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Senia – Interessantes Projekt aus Österreich!

An dieser Stelle möchten wir Euch den Verein „Senia“ aus Österreich vorstellen, der sich ebenfalls mit dem Thema Behinderung und Sexualität befasst. Der Verein hat sich die „Enthinderung der Sexualität“ für Menschen mit Beeinträchtigungen auf die Fahne geschrieben.

Die Angebote richten sich an Menschen mit Beeinträchtigungen, an Angehörige, aber auch an Personen, die in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung arbeiten.

Mehr über die Grundsätze und Ziele finden Sie hier.

Die Vernetzung mit anderen liegt uns sehr am Herzen. Gerne berichten wir hier über weitere Projekte und Initiativen und freuen uns über feedback.

Fesselspiele, Dominanz, Unterwerfung, Sado-Maso….geht das auch für Menschen mit Behinderung?

In der Welt der sexuellen Spielarten und Vorlieben gibt es den großen Bereich der Fesselspiele (auch Bondage genannt, aus dem Englischen), der Dominanz und/oder Unterwerfung oder auch Sado-Maso-Spiele, bei denen es um die Lust am Schmerz geht. Als Sammelbegriff für alle diese Spielarten wird häufig auch die Abkürzung BDSM gewählt.

Geht das auch mit einer Behinderung?

Die Seite „Gentledom“ beschäftigt sich mit allen möglichen Aspekten rund um BDSM, hat aber auch einen speziellen Bereich, der sich dem Thema „Behinderung“ widmet und auch einige psychische Krankheiten/Behinderung behandelt. Darin berichten Menschen mit verschiedenen Krankheiten oder Behinderungen von ihren Erfahrungen mit BDSM.

Schön, dass hier so selbstverständlich das Thema „Behinderung“ mit einbezogen wird und ein Teil des Ganzen ist.

Was gibt es noch?

Gerne können wir auf unserer Seite auch weitere Projekte und Webseiten vorstellen. Gibt es Themen, die Euch besonders interessieren und denen wir uns widmen sollen? Kennt Ihr Projekte, über die wir berichten können? Wir freuen uns über feedback!

Der wahre Grund, warum Männer mit Behinderung für Sex zahlen!

Kirsty Liddiard, eine Soziologin aus England, hat eine neue Studie veröffentlicht, die der Frage nachgeht, warum Männer mit Behinderung für Sex bezahlen, also entweder, in dem sie zu einer  Prostituierten bzw. Sexarbeiterin gehen, oder Sexualassistenz in Anspruch nehmen. Sie hat dazu 25 körperbehinderte Männer und Frauen befragt.

Männer mit Behinderung zahlen häufiger für Sex als Nichtbehinderte

16 Männer nahmen an der Studie teil, von welchen sieben schon einmal für Sex bezahlt hatten. Von den teilnehmenden Frauen hatte noch keine bezahlten Sex in Anspruch genommen. Diese Ergebnisse decken sich mit bisherigen Studien, die nahelegen, dass Männer mit Behinderung häufiger für Sex zahlen, als nichtbehinderte Männer. Diese Ressource hilft Ihnen, weitere Informationen zu finden.

Nach den Gründen und Erfahrungen befragt, gaben viele der Männer an, dass es für sie nicht nur um den Sex bzw. die sexuelle Erfahrung ging, sondern genauso auch um Unabhängigkeit und Eigenständigkeit.

„Ich wünschte ich könnte einfach ausgehen und jemanden treffen…“

Manche Männer hatten die Befürchtung, dass sie vielleicht niemals eine sexuelle Erfahrung machen würden, wenn sie nicht für Sex bezahlen. Ein Mann sagt: „Ich wünschte ich könnte einfach ausgehen und jemanden treffen. Aber es ist nicht so einfach“.

Für viele der befragten Männer war der „gekaufte“ Sex die erst Gelegenheit, Berührung zu erfahren, die nicht pflegerisch, medizinisch oder therapeutisch war.

Für andere war es eine wichtige Möglichkeit, überhaupt grundlegende Erfahrungen, wie z.B. sinnliche und erotische Berührung, zu machen. Andere sagten, dass sie es als gute Vorbereitung empfanden, um auch „echte“ Beziehungen haben zu können, bzw. sich das zuzutrauen.

Wurzeln liegen in Erfahrungen mit Behinderung

„Wir müssen neu über Sexarbeit nachdenken“, sagt die Forscherin. „Wir dachten, dass Männer mit Behinderung verzweifelt Sex brauchen. Aber ihre Gründe waren sehr unterschiedlich und in ihren Erfahrungen mit Behinderung verwurzelt.“

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt. Alle Männer in der Befragung sahen bezahlten Sex nur als Übergangslösung und fühlten sich nach der Erfahrung trotzdem unzufrieden und unbefriedigt. „Ich hab meine Jungfräulichkeit verloren, aber ich möchte eigentlich wirklich eine Beziehung. Wie kann ich meine Sexualität leben?“. Diese Frage kann nicht mit Geld beantwortet werden.

 

Geschlechtsverkehr trotz Inkontinenz?

Viele Menschen mit Inkontinenz verzichten auf Geschlechtsverkehr aus Angst, dass es dabei zu „Unfällen“ kommen könnte. Dabei gibt es einige Möglichkeiten, um unkontrolliertes Verlieren von Urin oder Kot zu verhindern.

Auf der sehr informativen Seite www.myhandicap.de gibt es dazu einen ausführlichen Artikel.
Er gibt Tipps für Betroffene und verweist auch auf weitere Informationen zum Thema.

Allen, die „myhandicap.de“ noch nicht kennen, empfehlen wir einen Besuch auf der Seite. Es gibt viele Informationen zu den verschiedensten Themen wie „Partnerschaft und Sexualität“, zu verschiedenen Behinderungsarten, rechtlichen Fragen und vielem mehr. In einem Forum können sich Betroffene und andere Interessierte zu all diesen Themen austauschen.

 

Menschen mit Behinderung im Bordell

Die kurze Dokumentation „Im Rollstuhl ins Bordell“

aus der Sendung „Aspekte“  zeigt den Engländer Asta Philpot, der im wahren Leben mit seinen Eltern und zwei weiteren Männern mit Behinderung in ein spanisches Bordell fuhr um dort zum ersten Mal im Leben Sex zu haben. Die original Dokumentation der BBC mit dem Titel „One night only“, die darüber entstanden ist, gibt es in englischer Sprache zum Beispiel hier.

Basierend auf dieser Geschichte ist auch ein toller Kinofilm mit dem Titel „Hast la Vista“ entstanden. Dafür wurde die Story zwar ein wenig verändert, heraus kommt aber dennoch ein toller Film zum Lachen und Weinen!

Asta Philpot ist auch immer noch ein großer Kämpfer für gleiche Rechte, gerade wenn es um Behinderung und Sexualität geht. Wir werden hier sicher immer mal wieder was von ihm berichten. Jetzt

 

 

Tolle Website speziell für Frauen!

Gerne verweisen wir hier auch auf bestehende Projekte, die uns gut gefallen. Dazu gehört unter anderem auch die Seite sexualityanddisability.org. Von und mit Frauen mit Behinderung und mit der Unterstützung zahlreicher Mitautorinnen informiert die Seite Frauen mit Behinderung über unterschiedlichste Themen rund um Sexualität und Behinderung.

Die Prämisse lautet, dass Frauen mit Behinderung genauso sexuelle Wesen sind wie andere Frauen auch. Die Kategorien der Seite reichen von Gesundheitsthemen über sexuelle Praktiken und Vorlieben bis hin zum Thema „Partnerschaft und Beziehung“ und „Kinder kriegen“. Auch heikle aber wichtige Themen wie „Sexuelle Belästigung“ werden nicht ausgespart. Und es gibt eigene Bereiche mit Informationen für Ärzte, für Angehörige und Familien und für Partner.

Alles in allem eine äußerst informative Seite und ein tolles Projekt – schaut doch einfach mal vorbei!

„Scarlet Road“ – Eine Sexarbeiterin engagiert sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung

Rachel Wotton, eine Sexarbeiterin aus Australien, die sich unter anderem für die Rechte von Sexarbeiter_innen einsetzt, ist eine beeindruckende Frau mit sehr viel Idealismus. Der Film „Scarlet Road“ – den es soweit bekannt bisher leider nur auf Englisch gibt – zeigt Ihr Engagement im Bereich Sexualität und Behinderung.

Sie hat unter anderem die Organisation Touching Base gegründet, die Sexarbeiter_innen und Sexualbegleiter_innen an Menschen mit Behinderung vermittelt. Rachel Wotton ist davon überzeugt, dass Intimität und Berührung für jeden Menschen wichtig ist und sie setzt sich dafür ein, diese Erfahrung nicht zuletzt auch Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.

Ein toller und mitreissender Film, und man kann sich nur wünschen, dass Ähnliches auch bald hierzulande möglich sein wird.