Archiv der Kategorie:

Autoren- und Medienbüro: „Sex ist für Hawking einfacher als für einen Querschnittsgelähmten“

Der Titel mag etwas provokant und vielleicht verkürzt erscheinen, aber der Text ist super geworden. Meine Freundin und ich haben den Film zur Biografie von Steven Hawkings Frau Jane gesehen und Karoline Walter vom Autoren- und Medienbüro ein Interview gegeben. Die Autorin schreibt:

Den Oscar für den besten Hauptdarsteller bekam „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ Ende Februar. Der Film zeigt die Liebe des britischen Physikers Stephen Hawking und seiner langjährigen Ehefrau Jane. Eine seiner Botschaften: Auch mit einer schweren Behinderung kann man ein aktives Sexualleben haben. So wie Christian Bayerlein.

Link zum Originalpost: „Sex ist für Hawking einfacher als für einen Querschnittsgelähmten“

Politischer Wirbel…

Es war ja sehr ruhig hier in den letzten Wochen. Aber passiert ist vieles. Behinderung und Sexualität ist immer noch ein großes Tabu und dafür, dass ich darüber offen spreche, gibt es jetzt politische Konsequenzen und mein Amt als Behindertenbeauftragter der Stadt Koblenz steht auf dem Spiel. Ich werde mich aber nicht zurückhalten, denn dafür ist das Thema viel zu wichtig und ich weiß von vielen Menschen, wie wertvoll dieser Blog ist und wie viel er Mut macht.

Über die Geschehnisse selbst möchte ich gar nicht viele eigene Worte verlieren, die Presse hat ja ausgiebig berichtet. Stattdessen möchte ich hier die wichtigsten Artikel zum Thema verlinken.

Die Berichterstattung ist meist objektiv und vernünftig mit dem Thema umgegangen, vor allen Dingen der lange Artikel im Karthäuser war meines Erachtens erstklassig recherchiert. Witzig finde ich ja auch, dass die Bild hier von „Geständnissen“ spricht – meines Wissens nach ist ein Geständnis aber nur bei einer Straftat notwendig, oder im übertragenen Sinne bei Sachverhalten, für die man sich schämt oder schämen müsste. Aber für ein normales Sexualleben schäme ich mich doch nicht. 🙂

So wie du bist

Die Sexualpädagogin Alina Mertens hat auf Zeit Online einen Leserartikel veröffentlicht, in dem sie sich mit dem Thema Sexualität und Behinderung beschäftigt. Sie sagt, sie ist oft die offen mit dem behinderten Menschen über Liebe und Partnerschaft spricht:

Ich bin studierte Sexualpädagogin und arbeite zum Thema Sexualität und Behinderung. Ich gebe zum Beispiel Seminare zu diesem Thema, sowohl für Menschen mit Behinderungen als auch für deren Angehörige und Mitarbeiter der Behindertenhilfe. Ja, es ist eine sehr spezielle Arbeit, aber ich habe darin meine Berufung gefunden.

Link zum vollständigen Artikel: http://www.zeit.de/community/2014-11/sexualitaet-liebe-behinderung-homosexualitaet

Verheiratet mit einem Rollstuhlfahrer? Eltern sein mit Behinderung? Das alles und noch viel mehr…

„Easy Stand“ heißt ein Blog aus Amerika, der sich diversen Themen rund um das Leben mit Behinderung widmet. Eine ganze Reihe an „Bloggern“, also Menschen, die Beiträge für die Seite schreiben, sowie einige Gast-Blogger berichten über ihre Erfahrungen und ihr Leben. Wer sich hinter diesen Autoren verbirgt, findet man hier.

„Easy Stand“ ist übrigens der Name einer Stehhilfe, die von einem C6/C7-Tetraplegiker erfunden wurde. Der Blog ist auf Englisch verfasst, aber wir wollen versuchen, hier einen kurzen Überblick über die Inhalte zu geben.

Elternschaft, Medizinisches, Leben im Rollstuhl….

Die Themen des Blogs sind sehr vielfältig. Sie reichen von Geschichten aus dem Alltag bis hin zur Elternschaft und behandeln dabei unterschiedliche Behinderungen und Diagnosen, von Cerebralparese über Querschnittslähmung und Multipler Sklerose bis zu Muskeldystrophie und noch einigen mehr.

Die Blogbeiträge sind schön zu lesen und beschreiben meistens die subjektiven Geschichten und Eindrücke der jeweiligen Blogger. Es gibt auch einige Videos und Podcasts.

Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung

Diese Überschrift löst bei einigen unserer Leserinnen und Lesern sicherlich gleich Protest aus. Wir wollen damit natürlich nicht andeuten, dass es solche Beziehungen nicht geben kann oder soll – ganz im Gegenteil! Aber im Blog von Easy Stand berichten eben auch diese Paare von Ihren Erlebnissen und aus ihrem Alltag. Nichtbehinderte Partnerinnen und Partner erleben häufig die seltsamsten Reaktionen ihrer Umwelt, nicht nur von „Fremden“, auch von Familienangehörigen und Freunden. Und sie erleben die (all)tägliche Diskriminierung von Menschen mit Behinderung hautnah, was sicher für die meisten Nichtbehinderten erstmal eine neue und sehr eindrückliche Erfahrung ist.

Mehr dazu vielleicht einmal in einem eigenen Beitrag auf unserer Seite hier. Jetzt aber erstmal viel Spaß beim Lesen im Blog „Easy Stand“.

 

 

Wir stellen vor – zwei Projekte aus England!

So, heute wollen wir Euch gleich zwei neue Projekte vorstellen, wieder mal leider nicht aus Deutschland, sondern aus England.

Scope – Gleiche Chancen und Möglichkeiten für alle

Das eine heißt Scope und setzt sich generell dafür ein, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Möglichkeiten haben wie alle anderen. Hier geht es also nicht direkt um Sexualität, aber manchmal auch doch, zum Beispiel in Gastbeiträgen, in denen das Thema behandelt wird. Insgesamt lohnt sich auf jeden Fall ein kurzer Blick auf die Seite, vor allem auch für die, die sich gerne „politisch“ engagieren und für gleiche Rechte kämpfen.

„Love lounge“ – Frag den „(S)Experten“

Die „Love lounge“  ist ein online Forum, in welchem zwei „(S)Experten“ diverse Anliegen und Fragen zum Thema Sexualität und Behinderung beantworten. Viele beispielhafte Fragen und die dazugehörigen Antworten sind online lesbar, so dass sich auch der eine oder die andere darin wiederfinden kann und dadurch vielleicht manche Sorge oder Unsicherheit gemildert wird.

Auch Angehörige, Partner und Freunde von Menschen mit Behinderungen dürfen gerne Fragen stellen und sich Rat holen. Einige Beispiele für Fragen in der Vergangenheit waren z.B. „Wie kann ich meinen Körper besser akzeptieren?“ oder „Ich würde gerne jemanden kennenlernen. Wie und wann soll ich meine Behinderung erwähnen?“ etc.

Die „Love lounge“ ist angebunden an ein Projekt welches sich „Enhance the UK“ nennt, was soviel heißt wie „England verbessern“. Es ist ein gemeinnütziges Projekt, und will die gesellschaftliche Wahrnehmung von Behinderung verändern. Das Projekt bietet unter anderem Trainings für Organisationen und Schulen, um das Miteinander zu erleichtern und auf beiden Seiten Barrieren abzubauen. Für mehr Informationen einfach mal drauf klicken!

Interview in der TAZ: „Ich habe kein Problem damit, als Fetisch betrachtet zu werden“

Anfang dieses Jahres hat mich Manuela Heims, eine mir bekannte Redakteurin  gefragt, ob ich bereit zu einem Interview sei, das über Sexualität und Behinderung berichten soll. Im Mai  haben wir uns daran getroffen und am Wochenende war es  soweit: das Interview erschien  in der TAZ-Wochenendausgabe.

Christian Bayerlein hat spinale Muskelatrophie, braucht rund um die Uhr Hilfe, nennt sich Nerd, liebt „Star Trek“, reist gern und erforscht die Spielarten des Sex. Monogamie, Polyamorie, BDSM – er ist offen

Link zum Beitrag:  http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ln&dig=2014%2F10%2F18%2Fa0012&cHash=3357e12a31a456ccfcec8aa6f64aa83d

Fesselspiele, Dominanz, Unterwerfung, Sado-Maso….geht das auch für Menschen mit Behinderung?

In der Welt der sexuellen Spielarten und Vorlieben gibt es den großen Bereich der Fesselspiele (auch Bondage genannt, aus dem Englischen), der Dominanz und/oder Unterwerfung oder auch Sado-Maso-Spiele, bei denen es um die Lust am Schmerz geht. Als Sammelbegriff für alle diese Spielarten wird häufig auch die Abkürzung BDSM gewählt.

Geht das auch mit einer Behinderung?

Die Seite „Gentledom“ beschäftigt sich mit allen möglichen Aspekten rund um BDSM, hat aber auch einen speziellen Bereich, der sich dem Thema „Behinderung“ widmet und auch einige psychische Krankheiten/Behinderung behandelt. Darin berichten Menschen mit verschiedenen Krankheiten oder Behinderungen von ihren Erfahrungen mit BDSM.

Schön, dass hier so selbstverständlich das Thema „Behinderung“ mit einbezogen wird und ein Teil des Ganzen ist.

Was gibt es noch?

Gerne können wir auf unserer Seite auch weitere Projekte und Webseiten vorstellen. Gibt es Themen, die Euch besonders interessieren und denen wir uns widmen sollen? Kennt Ihr Projekte, über die wir berichten können? Wir freuen uns über feedback!

Als Duo stärker

Die Aktion Mensch veröffentlicht auf ihrer Internetseite zum Magazin „Menschen“ über vier „inklusive“ Paare, also mit einem behinderten und einem nicht-behinderten Partner.

Sie schätzen sich, sie streiten sich, sie arbeiten für ein gemeinsames Ziel: Menschen mit und ohne Behinderung leben Inklusion jeden tag. Vier Paare zeigen, wo im alltag Partnerschaft funktioniert – und warum sie beiden Seiten so viel wert ist.

Link zum Original-Artikel: https://www.aktion-mensch.de/magazin/leute/inklusive_paare.html

Tolle Website speziell für Frauen!

Gerne verweisen wir hier auch auf bestehende Projekte, die uns gut gefallen. Dazu gehört unter anderem auch die Seite sexualityanddisability.org. Von und mit Frauen mit Behinderung und mit der Unterstützung zahlreicher Mitautorinnen informiert die Seite Frauen mit Behinderung über unterschiedlichste Themen rund um Sexualität und Behinderung.

Die Prämisse lautet, dass Frauen mit Behinderung genauso sexuelle Wesen sind wie andere Frauen auch. Die Kategorien der Seite reichen von Gesundheitsthemen über sexuelle Praktiken und Vorlieben bis hin zum Thema „Partnerschaft und Beziehung“ und „Kinder kriegen“. Auch heikle aber wichtige Themen wie „Sexuelle Belästigung“ werden nicht ausgespart. Und es gibt eigene Bereiche mit Informationen für Ärzte, für Angehörige und Familien und für Partner.

Alles in allem eine äußerst informative Seite und ein tolles Projekt – schaut doch einfach mal vorbei!

Nackte Tatsachen: keine ist perfekt

Die Themen Schönheit, Körpergefühl, Nacktheit und Sexualität sind eng miteinander verbunden. Auch bei behinderten Menschen ist das so. Der Blog „Rollingplanet“ berichtet über ein Fotoprojekt, das sich den üblichen Schönheitsidealen entgegen stellt. Dabei wurden auch behinderte Frauen fotografiert.

Wenn die Vorlage nicht perfekt genug ist, wird eben mit Photoshop-Retuschen nachgeholfen: Werbung und Medien suggerieren ein Schönheitsbild, das fern jeglicher Wirklichkeit ist und auch bei selbstbewussten Menschen viel Frust auslösen kann – etwa nur fünf Prozent der Frauen entsprechen dem auf kommerziellen Fotos dargestellten Körperideal. Die Aktivistin Jes Baker und die Fotografin Liora K nervt das – sie haben deshalb im Internet eine Bilderserie veröffentlicht, die zeigt, dass jede Frau schön sein kann, egal welchen vermeintlichen Makel sie hat.

Link: http://rollingplanet.net/2014/08/17/nackte-tatsachen-keine-ist-perfekt/