Filmprojekt mit Adina Pintilie

Im April wurde ich von einem internationalen Filmteam besucht, das experimentell filmte, um einen dokumentarischen, künstlerischen Kurzfilm über Behinderung, Körperlichkeit, Sexualität und ähnliche Themen zu drehen. Das Team arbeitet prozessorientiert, also müssen wir beim Drehen noch nicht, was am Ende dabei herauskommen wird.

Die Dreharbeiten im April waren auch nur ein erster Auftrag, um Inspiration zu finden. Die Regisseurin Adina hatte ich im Jahr zuvor auf der X-Plore – ein Festival über die Kunst der Lust – kennen gelernt. Sie sagte, sie sei direkt fasziniert von meinem Umgang mit Körperlichkeit gewesen und sah eine Verbindung zwischen uns, denn sie hatte den Eindruck, dass vieles was mit Sexualität zusammenhängt, bei uns beiden im Kopf stattfindet. Sie finden auch viele Informationen auf dieser Website.

Wir nutzten also die gemeinsamen Tage um ausführlich Ideen auszutauschen und  drehten dabei fast kontinuierlich. Im Focus standen dabei zunächst Interviews zu den genannten Themen: wie ich mit meinem Körper umgehe, wie ich Zärtlichkeit empfinde, wie ich Sexualität und Partnerschaft erlebe und vieles mehr. Alle diese Gespräche haben wir aufgezeichnet.

Bei einem gemeinsamen Ausflug mit der Seilbahn diskutierten wir den spirituellen und philosophischen Aspekt von Sexualität: Stellt euch vor, Gott hat einen Körper – wie ist wohl sein Verhältnis zu ihm? Wenn Gott die Kraft ist, die das Universum erschafft, ist dann nicht das Universum sein Körper und sind wir damit nicht alle Teil von ihm? Erleben wir diesen göttlichen Funken in unserem eigenen Körper? Sollten wir ihn nicht als Tempel betrachten und unsere Sexualität und Lust als sinnliches Ritual? In diesem Verständnis spielt Behinderung dann eine sehr positive Rolle: als Ergänzung der Vielfalt von Körperlichkeit.

Am Abend schauten wir gemeinsam den Post-Porn-Film „Häppchenweise“ auf der großen Leinwand mit meinem Beamer und kommentierten dabei den Film und wie es uns beim Anschauen geht.

Zu guter letzt hatten wir noch ein paar künstlerische Ideen, die wir filmisch umsetzten. Aber diese sollten vorerst geheim bleiben 🙂

Insgesamt war es ein sehr schönes Erlebnis und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

Nun hat Adina zum ersten Mal Zeit gefunden, das ganze Material zu sichten und hat mir Stills der Aufnahmen geschickt. Die besten Bilder möchte ich schon mal mit euch teilen – als Vorgeschmack auf das, was am Ende dabei herauskommen wird.

Mehr hoffentlich bald.

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Über thalon

Mein Name ist Chris, ich habe spinale Muskelathrophie und von Beruf her bin ich Informatiker. Sexualität ist ein wichtiges Thema für mich und ich genieße Körperlichkeit sehr. Ich bin sehr im reinen mit mir und meinem Körper und offen für schöne Begegnungen.

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